Das Andere Bern: Die Stadt aus dem Blickwinkel von
Suzan LeVine - ehem. Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika in Bern


Wie erlebt jemand Bern, der eigentlich nicht in Bern, sondern in Amerika zuhause ist?
Suzan „Suzi“ LeVine war zwei Jahre Botschafterin der Vereinigten Staaten für die Schweiz und Lichtenstein.
In dieser Funktion wohnte sie in der Hauptstadt der Schweiz, in der amerikanischen Botschaft.
Sie nahm uns am 2. 12. 2016 auf einen Spaziergang durch Bern mit.
Sie zeigte uns Orte, die sie berühren, die ihr gefallen, die sie überrascht haben.

 

 
 

linie

Eindrücke von der Reise zur Iona Community im Juni 2015

001_ 002_006_kreuzgang_iona_abbey

Im vergangenen Juni bot das Reformierte Forum (Universitätspfarramt in Bern) eine Reise auf die schottische Insel Iona für Studierende an. Die 14 Teilnehmenden waren während einer Woche zu Gast bei der Iona Community. Diese christliche Kommunität wurde in den 30er Jahren von einem schottischen Pfarrer gegründet. Die Mitglieder der Kommunität leben auf den britischen Inseln und auf dem europäischen Kontinent, während das spirituelle Zentrum der Gemeinschaft die Klosteranlage auf Iona ist. „Iona“ inspiriert liturgische Gebets- und Gottesdienstformen auch in der Schweiz mit einer frischen und lebensnahen Sprache und Frömmigkeit.  

Nachfolgend schildern einige Teilnehmerinnen ihre Eindrücke vom Aufenthalt auf Iona. 

Die IONA Community inspirierte mich durch ihr schlichtes, offenes Miteinander, welches sowohl in den Gottesdiensten als auch während den Essenszeiten und alltäglichen Arbeiten zum Tragen kam. Zu einer besonderen Erfahrung wurde für mich die lebensnahe und lebensbejahende Spiritualität auf IONA.
Debora

iona_reisegruppe1_ iona_reisegruppe2 im_refektorium


Das Leben mit der Iona Community ist farbenfroh, aufregend, lustig und geschäftig. Es ist vor allem modern. Gleichzeitig ist das Leben mit der Iona Community still, andächtig, bescheiden und überlegt. Es sind die Menschen, die alten Mauern und die Natur der Insel, die diese Mischung ausmachen. Ich werde sie in liebevoller und ehrfürchtiger Erinnerung behalten.
Nina


Eine Einsicht, die ich auf Iona gewinnen konnte war, dass feste Strukturen und Regeln paradoxerweise sehr befreiend wirken können. Im Vorfeld der Reise befürchtete ich, dass mir die vorgeschriebenen Tagesabläufe Mühe machen könnten. Interessanterweise machte ich eine völlig gegenteilige Erfahrung: Dadurch, dass geregelt war, wer wann was zu besorgen hatte, fühlte ich mich „befreit“ davon, mir über Alltägliches Gedanken machen zu müssen. So konnte ich in Ruhe über Dinge nachdenken, für die ich Zuhause bisher wenig Zeit hatte.
Anna


Der Aufenthalt in der Iona Community zeigte mir eine neue Perspektive, wie christliche Gemeinschaft noch aussehen kann: Rituelle Formen und gelebte Frömmigkeit, zudem auch eine grosse Offenheit gegenüber den verschiedensten Menschen mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund. Es werden ebenfalls durch Gebet und Kampagnen aktuelle Probleme in der Welt angesprochen. Auch erlebte ich eine wunderbare Gemeinschaft mit anderen Teilnehmenden, die mich tief beeindruckt hat und gezeigt hat, wie harmonisch man eigentlich zusammen leben könnte.
Isabelle


Wanderung durch morastiges, unwegsames Gelände, tiefsinnige Gespräche am Kaminfeuer, fröhliche Betriebsamkeit in der Klosterküche, gemeinsames Singen, Beten und Abendmahl in der Abteikirche, ein Glas Single Malt Whisky in der kleinen Dorfbar, stürmische Bootsfahrt zur Vulkaninsel mit den niedlichen Papageientauchern, freie Zeit ohne Internet und Handy zum Reflektieren, gemeinsame Mahlzeiten mit den Community-Mitgliedern im Refektorium ...
Als ich bei der Abreise am Pier stand, wartend auf die Fähre, hatte ich zwei Gedanken: schade, dass ich diesen Ort nun verlassen muss,
und: ich möchte auf alle Fälle wieder hier herkommen!
Nikolaos